Häufig gestellte Fragen

Hintergrund

Wer seid ihr?

Wir sind die Familie Hagmann. Geführt wird der landwirtschaftliche Familienbetrieb von uns, Leandra und Köbi jun. Wir werden unterstützt von einem auszubildenden Landwirt. Neben den Schweinen halten wir auf dem Adelbach-Hof gut 20 Milchkühe.

Wofür steht ihr?

Rückverfolgbarkeit, Freilandhaltung, Tierwohl. Einzigartige Fleischqualität, frei von Soja, nachhaltige Landwirtschaft, direkt vom Bauern.

Wieso ist euch die Rückverfolgbarkeit so wichtig?

Unsere Kunden sollen wissen, wie die Tiere wirklich gehalten werden – und das jederzeit. Dabei muss man sich nicht mit dem Label-Dschungel auseinandersetzen und kann sich auf einfache Weise Live selber überzeugen. Wir finden dank unserem aussergewöhnlichen Projekt mit der Kamerasau ist dies gut und einfach möglich.

Weshalb soll ich das Schweinefleisch direkt vom Bauern beziehen?

Oft gibt es viele Zwischenhändler und Wiederverkäufer für ein landwirtschaftliches Produkt. Dieser Entwicklung möchten wir entgegenwirken indem der Konsument direkt beim Bauern einkaufen kann. Aus unserer Sicht ist 100%ige Rückverfolgbarkeit nur garantiert, wenn man direkt beim Produzenten einkauft und weiss, wie dieser produziert.

Tierhaltung

Welche Vorteile hat die Freilandhaltung?

Die Tiere können ihren natürlichen Instinkten nachgehen: wühlen, herumtollen, im Schlamm suhlen, sünnelä, Wurzeln suchen, sozialer Kontakt mit Tier und Mensch pflegen, herumschnüffeln oder einfach draussen ein Nickerchen machen 😉. Schweine können nicht schwitzen, in der warmen Jahreszeit nutzen sie deshalb gerne Schlammgruben, um sich abzukühlen und vor der Sonne zu schützen. Durch den grosszügigen Platz sind die Tiere nicht gestresst, gleichzeitig wird den Schweinen draussen nie langweilig. Beste Voraussetzungen für ein gesundes und zufriedenes Leben.

Was macht Ihr mit der umgewühlten Kamerasau-Weide?

Wenn die Kamerasauen eine neue Weide beziehen, wird auf der umgewühlten Weide entweder Mais angepflanzt oder Gras gesäht. Wir machen das um den Nährstoffhaushalt des Bodens im Gleichgewicht zu halten – ein elementarer Bestandteil von nachhaltiger Landwirtschaft.

Weshalb halten sich die Schweine nicht immer im Freien auf?

Schweine sind empfindliche Tiere. Sie mögen Kälte und Feuchtigkeit nicht und gehen bei entsprechendem Wetter lieber ins warme Strohnest. Schweine machen auch tagsüber immer wieder einen Powernap. Unsere Schweine dürfen aber tagsüber jederzeit nach draussen. In der Nacht müssen aber alle in den Stall, damit sie vor Wildtieren und deren ansteckenden Krankheiten geschützt sind.

Was fressen die Kamerasauen?

Die Tiere fressen im Freien alles, was zu finden ist: Gras, Wurzeln, Insekten oder sogar Holz. Das Futterangebot im Freien deckt jedoch nicht den Tagesbedarf, deshalb wird zweimal täglich im Innenbereich gefüttert.

Weshalb ist euch sojafreies Futter so wichtig?

In jedem "normalen" Schweinemastfutter ist importierter Soja als Eiweissträger enthalten. Wir verzichten bewusst auf das Verfüttern von Soja als Eiweisslieferant. Durch den Einsatz von Soja wird die Rodung der Urwälder vorangetrieben, das wollen wir auf keinen Fall unterstützen. Der Eiweissträger im Schweinefutter kann jedoch nicht weggelassen werden, wir ersetzen ihn darum mit Raps und Sonnenblumen. Dabei versuchen wir, den grössten Teil des Futters aus der Schweiz zu beziehen. Weil das nicht komplett möglich ist, beziehen wir einen Teil aus dem nahen Ausland. Aus denselben Gründen verzichten wir ebenfalls auf das Verfüttern von Palmölprodukten. Dieses sojafreie Futter hat die Futtermühle Amrein speziell für uns entwickelt und gemischt.

Setzt Ihr bei euren Kamerasauen Antibiotika ein?

Extrem selten bis nie, auf prophylaktischen Antibiotikaeinsatz/Gruppenmedizinierung verzichten wir gänzlich. Es werden nur im Notfall und auch nur einzelne, erkrankte Tiere behandelt. Durch die grosszügige Weide bewegen sich die Tiere viel, es braucht eine längere Zeit bis die Schweine Ihr Schlachtgewicht erreichen. Dadurch ist die Mast weniger Intensiv und wirkt sich direkt positiv auf die Gesundheit der Tiere aus. Dies Zeigt sich durch erhöhte Widerstandsfähigkeit und Robustheit. So kann der Antibiotikaeinsatz auf ein absolutes Minimum beschränkt werden.

Fleisch

Weshalb gibt es Mischpakete zu kaufen?

Wir haben das Motto «from nose to tail» und möchten jedes Fleischstück vom Tier verwerten. Nur schon aus Respekt vor dem Tier. Es hat aber auch den Vorteil, dass durch die verschiedenen Fleischstücke Abwechslung auf dem Teller garantiert wird.

Kann ich meine Fleischstücke im Shop auch selber auswählen?

Ja, auch jedes einzelne Fleischstück kann im Shop bestellt werden. Da aber nur hofeigenes Fleisch der Kamerasau verfügbar ist, sind Einzelstücke nicht unbegrenzt erhältlich.

Warum behauptet Ihr, die bessere Fleischqualität hat als der Detailhandel zu haben?

Da die Tiere ein stressfreies und gesundes Leben geniessen können und zusätzlich viel Bewegung haben, erhalten wir exzellente Fleischqualität. Vor der Schlachtung werden die Tiere stressfrei verladen und nach einem sehr kurzen Transport geschlachtet. Die Schweine müssen also nicht stundenlang in einem LKW mit fremden Schweinen zusammen verharren, bis sie zur Schlachtbank können. Es gilt grundsätzlich: Je weniger Stress die Tiere erleben, insbesondere vor der Schlachtung, desto besser die Fleischqualität. Unser Metzger lässt dem Fleisch genug Zeit zum Reifen, dies merkt man besonders im geringen Tropfsaftverlust (Wasser ziehen) in der Pfanne. Nach dem Verpacken wird das Fleisch schockgefroren. Durch das schnelle gefrieren kann die Qualität nocheinmal erhöht werden.

Wie lange kann ich das Fleisch gefroren lagern?

Tiefgefroren kann das Fleisch acht Monate gelagert werden. Durch das Schockgefrieren verlängert sich die Haltbarkeit.

Darf das tiefgefrorene Fleisch vor dem Kochen in warmem Wasser aufgetaut werden?

Besser nicht! Je langsamer das Fleisch aufgetaut wird, desto zarter ist es und gibt weniger Tropfsaftverlust in der Pfanne. Deshalb: Am Vortag tiefgefroren in den Kühlschrank legen und so langsam auftauen lassen.

Wieso schlachtet Ihr nicht selber?

Das überlassen wir den Profis. Die Tiere werden in der Metzgerei Ochsen, dem Familienbetrieb von Peter und Franziska Signer-Frick, geschlachtet. Sie pflegen einen guten und respektvollen Umgang mit den Tieren und leisten qualitativ hochwertige Arbeit.

Lieferung

Wie funktioniert die Lieferung?

Wir liefern das Fleisch in einer leichten und gut isolierenden Styroporkiste inkl. Rücksendeetikette. So hast du kaum Verpackungsabfall und wir können die Kiste für eine nächste Lieferung verwenden. Die Lieferung erfolgt per Post. Die Zustellung ist jeweils am Donnerstag.

Gefroren verschicken, funktioniert das?

Ja, auch im Hochsommer, wir haben das mehrfach ausprobiert, das funktioniert! Zur Kühlung legen wir Trockeneis bei, damit das Fleisch sicher gefroren bei dir ankommt.

Wie könnt Ihr garantieren dass das Fleisch auch wirklich immer gekühlt transportiert wurde?

Wenn du der Trockeneislieferung noch nicht recht traust, dann lege deinem Warenkorb einfach noch den Temperaturindikator bei. Wenn du dein Paket erhältst, siehst du auf einen Blick ob die Temperatur immer unter null Grad gewesen ist.

Kann ich meine Bestellung auch auf dem Hof abholen?

Natürlich, das würde uns freuen! Verbinde das Abholen doch direkt mit einem Besuch unserer Schweine im Neckertal! Damit wir dein Fleisch bereitlegen können, bestelle normal über den Shop und schreibe in die Anmerkungen zur Bestellung, dass du das Fleisch gerne auf dem Hof abholen möchtest.

Wir werden dich informieren, sobald wir deine Bestellung bereitgelegt haben.
Achtung: Abholtag ist jede Woche am Samstag zwischen 09:00 bis 12:00 Uhr.

Kann ich auch nicht gefrorenes Fleisch bestellen?

Nein, da nach dem Verpacken gleich alles Schockgefroren wird, ist dies nicht möglich. Die Qualität ist jedoch besser bei schockgefrorenem Fleisch als bei langsam eingefrorenem Fleisch. Du hast also keinerlei Nachteile.

Wie ist das Fleisch verpackt?

Das Fleisch wird für dich vakuumiert und beschriftet. Wir verpacken alles in 2er Portionen.

Technisches

Was für eine Kamera nutzt ihr?

Die Kamerasau trägt einen RaspberryPi mit Kameramodul. RaspberryPi sind leichte und sparsame Minicomputer. Sie werden von der gleichnamigen englischen Stiftung mit dem Ziel entwickelt, jungen Menschen den Erwerb von Programmier- und Hardware-Kenntnissen zu erleichtern. Der Code ist auf GitHub für Interessierte verfügbar.

Was für einen Server nutzt ihr?

Der Videostream wird in Glarus im Data Center Light ins Internet verteilt. Dieses Rechenzentrum wird zu 100% aus erneuerbarer Energie der Region betrieben. Der Cloudserver ist die Drehscheibe, welche das Videobild schnell und zuverlässig zu dir schickt. Verwendet wird das Skript von JSMpeg, welches das Videobild im Browser in Bilder wandelt. Wir haben maximal etwa zwei Sekunden Verzögerung auf dem Stream, mehr live geht nicht.

Wie kommt das Bild ins Internet?

Für den Livestream haben wir ein Outdoor-WiFi geplant und aufgebaut. Für die Internetanbindung haben wir vom Wohnhaus eine Leitung zum Stall gezogen; von dort werden die Access Points an den Bäumen per PoE mit Internet und Strom versorgt. So ist sichergestellt, dass sich unsere Kamerasau frei auf der Weide bewegen kann.
Der Adelbach-Hof hat leider nur eine schwache Internetanbindung via Kupfer und kaum Handynetzabdeckung. Das ist der Grund, warum die Bildqualität zur Zeit nicht höher sein kann. Wir arbeiten aber bereits daran, eine bessere Internetverbindung zu bekommen. :-)